Neues aus unseren Blogs

Gemüß gut ze machen - Hollermus

am 22.05.2016, von Sophia

Wiltu ander gemüß machen, an die holder plüt....



Und er blüht, der Holler! Also bei uns hat er nun angefangen zu blühen und der süßliche Duft der Blüten liegt schon in der Luft! Und somit befinden wir uns bereits im phänologischen Frühsommer!

Natürlich hat mein Lieblings-Kochbuch  Speisen wie die Äbte und Essen wie die Mönche auch hierfür Rezepte parat - und zwar gleich vier!

Auch hier gibt es wieder eine einfache Variante: gute Milch zum Sieden bringen und die Blütendolden darin mitkochen. Dann die Milch abseihen, mit Semmelgries und Salz kochen und mit Safran färben. Mit reichlich Schmalz wird es dann ein gutes Mus!

Voila:



Ich habe 4 Dolden auf einen Viertel Liter Milch verwendet. Dies ergibt einen recht intensiven Geschmack. Beim Safran war ich eher zurückhaltend, da ich den Geschmack nicht zu sehr überdecken wollte. Nach der ersten Kostprobe habe ich auch noch ein wenig Honig hinzugefügt - perfekt! Mit ca. 2,5 Löffeln Gries wurde es auch schön sämig.

Die anderen Varianten verwenden vorwiegend Semmelmehl und Eier und ersatzweise Milch. Aber das bedarf dann doch noch weiterer Recherchen... Gefärbt wird das Mus übrigens nur im oben erwähnten Rezept.

Paternoster in Tirol

am 12.05.2016, von Eva-Maria

In diesem Blogpost soll es um die Form der Paternoster gehen, die in Tirol verwendet wurden. Für allgemeine Informationen, welche Realien und Funde es zu Paternostern in Europa gibt, verweise ich auf den von Anna Gottschall, University of Birmingham, 2008 veröffentlichen Artikel Prayer Bead Production and use in Medieval England. Darin wird die Vielfalt des Materials für die Gebetsperlen ebenso thematisiert wie die Form der Schnur oder die Anzahl der Perlen. Ich erspare mir daher die Hintergrundinformationen und präsentiere euch gleich meine Überlegungen zur Gestaltung der Gebetsschnur im mittelalterlichen Tirol.


Bildquellen

Die meisten Grabreliefs und Fresken zeigen fast ausschließlich Frauen mit Paternostern in den Händen. Männer werden zumeist mit zum Gebet erhobenen Händen abgebildet, seltener auch eine Paternosterschnur...

Weiter lesen

Das Wiener Wehrbürgertum in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts

am 11.05.2016, von Niklas

So ein ernster Titel ist ja wirklich ungewöhnlich. Sachlich und so richtig lang. Ich weiß nicht ob mir das gefällt. Da kann ich ja kaum abschweifen und schlechte Witze machen .. oder?

Ich jedenfalls war Soldat. Wenn man das so nennen kann. Jedenfalls war ich ein typisches, in Farbtönen von tannengrün bis schlammbraun gehülltes Mitglied der österreichischen Streitkräfte. Ein guter Schütze (eigentlich ein sehr guter), ein strammer Links-Rechts-Ummer und ein echt lausiger Hindernisbahnläufer.
Weiterlesen »

Historische Farben

am 11.05.2016, von Rotschopf

Da die Frage mir in diversen Foren und Facebookgruppen so derart oft unterkommt, habe ich mich aufgemacht, hier ein paar mögliche Mischungen von Farben für die praktische Anwendung im Hobby anzuführen, die historisch belegt oder im Mittelalter nachweislich erhältlich sind. Bevor ich hier anfange möchte ich noch einmal auf die Literaturtipps und die Verweise auf […]

Wie ist es als Gerüsteter im Regen?

am 10.05.2016, von Niklas

Na, der Helm's klamm! Der war gut! Und völlig unerwartet, oder? Jedenfalls soll entgegen der Ankündigung heute noch nicht direkt um die heroische Wiener Wehrbürgerschaft gehen, sondern ein weiterer Ausrüstungsgegenstand soll besprochen werden: Der Helm!

Der wiederum hat mich gezwungen einen Flachscherz zu entwickeln in dem es um Helme geht .. und das ist gar nicht einfach und hat mich sicher ein paar Dutzend Sekunden meiner Lebenszeit gekostet. Alles nur für euch, geneigte Leser. Und weil der Scherz jetzt durch ist könnten wir für heute auch schon Schluss machen wenn da nicht die Sache mit der Beckenhaube wäre. Da erwartet man natürlich den nächsten Spaß, wie z.B. wie nennt man eine gestrickte Badehose oder so .. der kommt aber nicht. Stattdessen ein Bild:


Weiterlesen »

Quellenrecherche im Internet

am 06.05.2016, von Eva-Maria

Im digitalen Zeitalter stehen eine Menge Quellen in Internet zur Verfügung, die zur Recherche einer authentischen Mittelalterdarstellung herangezogen werden können. Ziel dieser Linksammlung ist es, einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Primärquellenrecherche zu geben und so die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen zu vereinfachen.
 

Welche Datenbanken für Bildquellen gibt es?

1. Digitalisate von Handschriften

Nahezu jede Universität im deutschsprachigen wie internationalen Raum verfügt über eine Abteilung, die handschriftliche Manuskripte digitalisiert und in Online-Bibliotheken kostenfrei zur Verfügung stellt. Diese Bibliotheken verfügen auch über Suchmasken, mit denen gezielt Werke aus spezifizierten Ländern oder Zeiträumen angesteuert werden können. Besonders bekannte Werke...

Weiter lesen

Meine kleine Schönheit, mein Schaaatz!

am 02.05.2016, von Eva-Maria

So langsam kann ich Gollum verstehen. Wenn man sich intensiv mit einem Ding beschäftigt, tendiert man dazu, es als Kleinod, eben als "Precious" zu sehen. smiley Mir geht es jedenfalls mit dieser kleinen Schönheit, dem Reliquienbeutel aus der St.-Vinzent-Kirche in Soignies, Belgien so, den ich in den vergangenen Wochen rekonstruiert habe. Die Fortschritte und die Details, die dabei zu beachten waren, sowie meine Erfahrungen mit den einzelnen Arbeitsschritten können in den anderen Posts der Blog-Serie nachgelesen werden. Nun endlich ist das seidene Kunstwerk fertig und bereit für die Öffentlichkeit. Ich präsentiere mit Stolz und Freude meine Rekonstruktion eines Reliquienbeutels aus dem 14. Jahrhundert - viel Spaß damit!

Weiter lesen

Museum Tiroler Bauernhöfe Kramsach 06-07 August 2016

am 01.05.2016, von Rotschopf

Das Museum Tiroler Bauernhöfe lädt zur Zeitreise ins 14. Jahrhundert ein. Im Gelände rund um den historischen Ötztaler Hof wird vom 06.-07. August 2016 das Mittelalter wieder lebendig. Erleben Sie den Alltag eines Haushalts aus der damaligen Zeit, schnuppern Sie die Düfte historischer Köstlichkeiten und erfahren Sie in interaktiven Präsentationen mehr zu Mode und Textilkünsten […]

Endlich richtig spießbürgerlich!

am 30.04.2016, von Niklas

Ich war ja mal ein echter Kämpfer! Schaukampf und Flachstahl, Funken sprühen und wilder Waffenrock und so. Vor gefühlten 60 Jahren jedenfalls.

Dann verlagerte sich meine Darstellung mehr und mehr ins zivile, gibt da ja genug Baustellen die man so zu betonieren hat. Metall kam mir also nur mehr in Form von Bronzegrapen, Klappwagen, Gürtelbeschlägen und schließlich Messerklingen unter. Und dann? Ja dann wurden die Messer größer, die Belege drängender und der "Bürger Niklas" kam zu dem Schluss: Wenn schon dann richtig!

Jedenfalls arbeite ich jetzt schon des längeren am Aufbau der bürgerlichen Wehrhaftigkeit, so wie sie den Wiener Bürgern im 14.Jahrhundert auch vorgeschrieben war. Zu Details des Wiener Wehrbürgertums und seiner ungerühmten Heldentaten plane ich aber einen eigenen Artikel. Darum soll es heute nicht gehen. Heute soll es etwas handfester sein:

Ein Halm unter Halmen
Weiterlesen »

Überlegungen zum Überkleid

am 29.04.2016, von Eva-Maria

Für meine Darstellung einer Stickerin habe ich mich gefragt, was eine solche Person wohl als Festtagskleidung getragen haben mag. Ich besitze bereits eine Cotehardie mit Frontschnürung und Messingknöpfen an den Ärmeln, die von der Farbe her einer doppelten Krappfärbung entspricht. Nun hätte ich - der Vollständigkeit halber - gerne noch ein Überkleid, dazu. Diese Schicht wird in mittelalterlichen Quellen als Surcot bezeichnet und ist die Modeschicht. Da sie nicht zwingenderweise erforderlich ist, um am sozialen Leben teilzunehmen, ist sie zumeist representativ für den Stand der Person bzw. für den Anlass (zB Kirchgang am Sonntag). Die Kleidungsstücke dieser Schicht sind oft von besserer Machart und dienen dazu, den sozialen Rang zu verdeutlichen. So gibt es zwischen Bürgern und Adeligen wesentliche Unterschiede in der Ausführung der...

Weiter lesen

 

Mehr Posts finden Sie auf den Blogs unserer Mitglieder

12622114_1041824662545206_8273693369508769538_o

Unbenannt

Unbenannt3