Neues aus unseren Blogs

Arbeitsgewand einer Färberin um 1350

am 20.06.2016, von Rotschopf

Ein weiteres unserer vollständigen Ensembles könnt ihr hier sehen. Das Arbeitsgewand einer einfachen Frau (Färberin) um 1340-50 in Wien.   Hier sieht man: Rock: Mit Birkenblättern und Eisensulfat Pflanzengefärbte Wolle in 1/2er Köper-Bindung nach diversen Abbildungen aus Österreich und Deutschland um 1350, zugeschnitten nach Vorbild der Herjolfsnesfunde, ungeknöpft, genäht mit passendem Wollfaden aus der gleichen […]

Alle Biester in die Käfige!

am 17.06.2016, von Niklas

Moment ... bevor mir jetzt jemand das von mir oft bespendete "Greenpeace" auf den Hals hetzt oder gerade dabei ist das rollende Suizidkommando der "Vier Pfoten" zu bestellen: Mit "Biest" ist mein neues Dolchmesser gemeint!

Dolchmesser, 1.Hälfte 14.Jahrhundert, mit Plättchengriff

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Mein Schatz!!!!

am 16.06.2016, von Sophia

Und damit ist diesmal ausnahmsweise nicht der mir Angetraute gemeint!

Was mich dieser Tage in Entzücken versetzt ist das hier:


Der Stoff für ein Kleid, das ich mir als nächstes vornehmen möchte. Nun mag man sagen: ja gut, schön. Der Stoff ist recht nett und schön gestreift; manche mögen meinen, vielleicht ein wenig bunt. Aber genau hier liegt der Wert!

Nicht nur dass er handgewebt ist, aus Garnen, die mit historisch belegten Pflanzen gefärbt wurden. Nein, das Wunder geht noch weiter ins Detail.

Und hier möchte ich kurz abschweifen: denn das ist durchaus ein Aspekt des Reenactment-Hobbys, den ich so sehr schätze! Unser Qualitätsanspruch zwingt uns geradezu, auf handwerklich gefertigte Produkte zurückzugreifen, denn industrielle Fertigungsweisen gab es im 14. Jahrhundert schlichtweg nicht. Und das ist es, wodurch wir viele liebe Menschen kennenlernen, die ihre Fähigkeiten hier in den Dienst der Sache stellen und viel Zeit, Geduld und Energie darauf verwenden zu recherchieren und sich in intensiver Kleinarbeit Fertigkeiten anzulernen, die sie brauchen, um die großartigen Repliken zu fertigen, mit denen wir uns dann umgeben dürfen. In vielen Fällen gibt es niemanden mehr, den man um Rat fragen kann, da viele der Handwerkstechniken oder Feinheiten in Vergessenheit geraten sind. Umso faszinierender finde ich es, wieviel Herzblut in die Fertigung all dieser Unikate fließt. Und das sehe ich ja laufend auch daheim, wenn mein mir angetrauter Schatz wieder an einem neuen Messer arbeitet.

Aber weben kann bei uns halt leider keiner so wirklich. Und schon garnicht auf dem Niveau der Handweberei Zeitensprung.

Und da vielleicht nicht ganz so viel Zeit aber ebensoviel Ernsthaftigkeit und Liebe zum Detail in die Erstellung von Blog-Beiträgen fließt, möchte ich hier gar nicht weiter zu den Hintergründen des Stoffes schreiben sondern einfach auf den Blog von Zeitensprung verweisen, der sich diesem Thema mit dem Titel "Extended Tabby" ausführlich widmet und wunderbar zeigt, wieviel Vorbereitungsarbeit notwendig ist, um so feine Dinge zu schaffen!

Teil 1
Teil 2

Und damit an dieser Stelle nochmal allerherzlichsten Dank an Silvia für diese großartige Arbeit!

Nun muss ich nur mehr den Mut aufbringen, den Stoff anzuschneiden....

Jungfrau, Mutter, Greisin - die Lebensrollen der bäuerlichen Frau

am 16.06.2016, von Eva-Maria

Das Leben der Frau am Land war geprägt von unterschiedlichen Anforderungen. Einerseits war sie unverzichtbare Arbeitskraft am Hof, andererseits Gattin, Mutter und Mitglied der dörflichen Gemeinschaft. All diesen Rollen lag ein gesellschaftlicher Verhaltenskodex zugrunde, dessen Einhaltung über das Ansehen der Frau in der Hof- und Dorfgemeinschaft entschied. So waren die Grenzen der persönlichen Freiheit oftmals recht eng gesteckt. In dieser Serie an Blogposts möchte ich mir die unterschiedlichen Rollen, die eine Bäuerin im Laufe ihres Lebens zu erfüllen hatte, genauer ansehen.


In Wald und Anger – Frauenarbeit in der Landwirtschaft

Die bäuerliche Wirtschaftsweise des Mittelalters war primär Subsistenzwirtschaft, sie diente also vorrangig der...

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Das Wiener Wehrbürgertum in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts - Teil 3

am 14.06.2016, von Niklas

In diesem Teil möchte ich ein wenig mit der praktischen Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse über das Wehrbürgertum in Wien auseinandersetzen .. sprich: Was braucht man? Warum braucht man es? Und wann zieht man das Gerümpel eigentlich an?

Dazu nehme ich immer wieder Bezug auf die vorhergegangenen Artikelteile (Teil 1 und Teil 2). Es wär daher nicht schlecht wenn sich der geneigte Leser (und auch die, die gerade sitzen beim Lesen) die entsprechenden Teile auch zu Gemüte führt. Außerdem kommen die Realienartikel über die Beckenhaube und den Spieß immer wieder mal vor und werden dann an dieser Stelle um Links zu neuen Ausrüstungsgegenständen ergänzt.

Fußsoldaten um 1330-1340, Rückseite des Verduner Altar, Klosterneuburg
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Gusto holen – Qualitätsvolles Living History at it’s best

am 13.06.2016, von Rotschopf

Weil ich immer mal wieder gerne Fotos von guten Veranstaltungen sehe und teile, möchte ich hier einige Fotoalben, Videos usw verlinken zu vergangenen Qualitäts-Living History Veranstaltungen. Sie sollen zur Motivation, Inspiration und zum Gusto-holen da sein. An einer zentralen Stelle kann ich sie so immer mal wieder schnell teilen. Neben unseren eigenen Veranstaltungen (Eigenlob stinkt!!), […]

Ein guter Plan ist das halbe Kleid

am 10.06.2016, von Eva-Maria

Bevor ich mich an den Zuschnitt meines neuen pflanzengefärbten Stoffes für mein Überkleid wagte, (siehe dazu meine Überlegungen zur möglichen Form) wollte ich sichergehen, dass der Schnitt auch richtig sitzt. Also habe ich das Schnittmuster meines Herjolfsnes-Arbeiterinnenkleides genommen und aus einem Stoffrest daraus ein Testmodell zusammengeheftet. Bei der ersten Anprobe konnte ich so feststellen, dass das Rückenteil zwar gelungen war, unter der Brust musste allerdings nachgebessert werden. Hier war das Kleid einfach zu weit und bot weder Unterstützung noch eine ansprechende Optik. Also habe ich hier eine kleine Kurve in die Seitennaht eingebaut, die die Brustpartie formt. Auch der...

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Filetknüpfen

am 06.06.2016, von Rotschopf

Ich möchte euch heute nur einen kleinen Einblick geben in mein neues Hobby im Hobby, das Filetknüpfen. Bare with me, für euch ist das vielleicht ein alter Hut, aber ich bin grad ganz begeistert. Leider ist dazu online nicht so viel zu finden, wie man sich wünschen würde. Vor allem nicht, wenn man eine mittelalterliche Knotentechnik […]

Castelronda auf Schloß Runkelstein

am 06.06.2016, von Carmen

Auch dieses Jahr durften wir als Gäste von Sigmund von Niedertor mit Gefolge bei der Veranstaltung Castelronda der Bozner Museen mitwirken und konnten unser Wissen auf Schloss Runkelstein interessierten Besuchern näher bringen. Dabei ist die Idee dieser Veranstaltung, mit einer Eintrittskarte und gratis Shuttleverbindungen die fünf schönsten Burgen in der Bozner Umgebung besichtigen zu können, und diesen mit vielen unterschiedlichen Programmpunkten neues Leben einzuhauchen.

In den alten Gemäuern von Schloß Runkelstein konnten auch wir uns in eine längst vergangene Zeit zurückversetzen und erfreuten uns an dem einzigartigen Ambiente der gut erhaltenen Räumlichkeiten mit ihren wunderschönen Freskozyklen. In einer Fensternische des sogenannten "Badehauses" präsentierten wir den Besuchern mittelalterliche Näh- und Sticktechniken und...

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Das Wiener Wehrbürgertum in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts - Teil 2

am 05.06.2016, von Niklas

Kommen wir also nun zum zweiten Teil des Artikels über "Das Wiener Wehrbürgertum in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts" und beschäftigen wir uns mit der vierten großen Aufgabe für die militärisch aktiven Mitglieder der Wiener Gesellschaft .. 

Das "Ausfahren" 

Neben den Verpflichtungen alles für die Stadt IN der Stadt zu tun kann man die Abhängigkeit der Stadt vom Landesherrn (im Gegensatz zur Reichsunmittelbarkeit und damit nur der Gefolgschaft zum römischen Kaiser) gut daran erkennen, dass die vom Herren gewährten Privilegien eben auch Pflichten mit sich brachten. Und einer dieser Pflichten war die Gefolgschaft zum Landesherrn in seinen militärischen Unternehmungen zu erfüllen.

Aber Wien wäre nicht (mein) Wien wenn alles ein wenig weniger wienerischer wäre. Und so brachten die Wiener zuerst ihren großmütigen Kaiser Friedrich II 1237 und später ihren Herzog mit Migrationshintergrund Rudolf I von Habsburg 1278 dazu dieses Recht .. hmm .. sagen wir mal "leicht" einzuschränken.

Im entsprechenden Stadtrechtsprivileg wurde also niedergelegt, dass die Wiener selbstverständlich stets und voller Inbrunst im Gefolge des Herzogs ausziehen würden um Heldentaten ungeahnten Ausmaßes zu vollbringen .. aber bitte nur einen Tag lang. Zum Abendessen müssten sie dann schon wieder daheim sein!
Genau formuliert wurde die Gefolgspflicht so, dass man keinen Bürger zur Heerfahrt zwingen durfte außer man zog Frühmorgens, bei Sonnenaufgang, los und war noch "pey de sunneschein" wieder zurück. Das dürfte dann dem Herzog vor allem bei (rein hypothetischen) Schlachten um das Wirtshaus in Perchtoldsdorf oder bei einer gepflegten Schlägerei unter Badegästen am Wiener Donauufer einen garantierten Sieg eingebracht haben.

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