Neues aus unseren Blogs

Schattiertes Gold - Or nué / medieval goldwork - Or nué

am 29.05.2018, von Eva-Maria

Or Nué - wörtlich „Schattiertes Gold“ - ist eine Sonderform der Goldstickerei. Dabei wurden angelegte Goldfäden mit bunten Seidenfäden in unterschiedlichen Abständen so überwickelt, dass Schattierungen, Faltenwürfe und plastische Effekte entstanden. Je dichter die Seidenfäden aneinander lagen, umso dunkler war der entstehende Schatten, je weiter auseinander sie platziert waren, umso mehr Goldfaden konnte durchscheinen und eine hellere Farbe erzeugen. Das Gesamtwerk wirkte wie aus purem Gold gemalt und ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. Im Mittelalter waren Sticker aus Flandern und Italien führend in der Produktion kostbarer Werke in Or Nué, bevorzugt liturgische Gewänder.

Benötigtes Material: feiner Leinengrund, Seidengarn, Echtgold- oder Silberfaden;

Verwendete Sticharten: Oberflächliche Anlegetechnik;

Ein Beispiel:

Weiter lesen

von vrouwen und von wîben - Belebung im Museum Tiroler Bauernhöfe, 23.-24.06.2018

am 15.05.2018, von Eva-Maria

Das Museum Tiroler Bauernhöfe lädt am  23. und 24. Juni 2018 zur Zeitreise ins 14. Jahrhundert ein. Erleben Sie den Alltag eines Haushalts aus der damaligen Zeit, schnuppern Sie die Düfte historischer Köstlichkeiten und schauen Sie den Darsteller/innen bei diversen handwerklichen Tätigkeiten über die Schulter.

Ein besonderer Fokus liegt auf den Lebenswelten der Frauen im Spätmittelalter. Sie waren nicht nur Hausfrauen und Mütter, sondern auch unentbehrliche Arbeitskraft am Hof oder im städtischen Betrieb und sorgten oftmals mit eigenen Kleinunternehmen für ihren finanziellen Beitrag zur Hausgemeinschaft.

Auch die Rolle der Frauen in der dörflichen und urbanen Gemeinschaft und die Standesunterschiede zwischen "Frauen" und "Weibern" werden bei der Belebung thematisiert.

Zudem haben Besucher/innen die Möglichkeit, Spannendes...

Weiter lesen

Compost

am 13.05.2018, von Sophia

 
Diesmal haben wir für unsere Belebungstage auch kulinarisch ein wenig vorgesorgt. Eigentlich wäre das Arbeit für den Herbst gewesen, wo das letzte Gemüse reif wird und für den Winter eingelegt werden muss um es länger haltbar zu machen. Da wir aber unsere Speisenplanung meist sehr kurzfristig ausarbeiten – und natürlich bei der Rohstoffbeschaffung auch alle Annehmlichkeiten der Moderne nutzen können – haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, dieses historische Rezept auszuprobieren.
In „Curye on Inglysch“, einer Zusammenstellung von fünf handschriftlichen Rezeptsammlungen des 14. und 15. Jahrhunderts, findet sich das Rezept für „Compost“ – oder einfacher gesagt: sauer eingelegtes Gemüse.
Weiterlesen »

Unsere Lieblingshandschriften / our favourite manuscripts

am 19.04.2018, von Eva-Maria

Wie ihr alle wisst, spielen Primärquellen in der Recherchearbeit für unser Hobby eine bedeutende Rolle. Da ist es ein Glück, dass wir nicht mehr von Bibliothek zu Bibliothek reisen müssen um die alten Wälzer zu bestaunen, sondern dank Internet und vernetzter Welt ganz einfach vom Sofa aus die Handschriften gustieren können. Aufgrund hoher Scanauflösung meist noch in größerer Detaildichte als mit freiem Auge erkennbar! Also gibt es hier nun eine Linkliste zu Digitalisaten von Handschriften, auf die wir uns immer wieder in unserer Recherchearbeit zum Leben Ende des 14. Jahrhunderts stützen.

As you all know, primary sources are an important part in the research for our hobby. What a comfort to be able to access numerous illuminated manuscripts from home! Thanks to our modern and linked-up world, high-resolution scans of medieval...

Weiter lesen

Legt sie in Ketten

am 09.04.2018, von Nikolaus Hofbauer

Licht! Licht ist das Einzige das dich im finstren Mittelalter davon abhält beim nächtlichen Abendessen die Krenwurz mit einer Ackerrübe zu verwechseln und eine tränenreiche Überraschung zu erleben. Licht ist das, was dir nach dem leeren diverser Zinnkannen beisteht, wenn es darum geht einen hartnäckigen Knoten in den Hosennesteln aufzukriegen während die Liebste wolllüstig auf die heilige Lanze .... lassen wir das ... zurück zum Wesentlichen:

HOW TO: Bau eines Glaslampenhalters mit historischem Werkzeug und Materialien
HOW TO: Making a glass lamp holder
with period tools and material


Wie jeder gute Geschichtsverehrer ging ich zuerst an die Recherche und fand schnell heraus was ich wollte: eine Jungfrau die in hauchdünnem Leinenkleid mein Lämpchen fest in ihren zarten Händen hält. Allein wegen der anstrengenden Haltetätigkeit hatte ich schon Kontakt mit einer 19-jährigen schwedischen Sportstudentin aufgenommen .. da sagte meine Frau: "Nein!"
Mit unschuldigen Welpenblick entgegnete ich "Aber, Schatz, die Belege ...". Aber meine Frau sagte nur: "Ja, klar. Belege. Und dann schicken sie uns einen Trampel der die Lampe SO rum hält!"
Einer solch fachkundigen Frau kann man einfach nicht widerstehen .. die Suche ging also weiter ...


4 "törichte Jungfrauen" von der "Oberen Pfarre" i nBamberg, 14.Jahrhundert.
4 "follish virgins" from Bamberg, 14th. century

In the beginning I started as usual with some research. And I found an answer very fast: We need a virgin! And since it must be really exausting to stand a whole day beside me in thin linnen underwear, sweating sweetly like a blossom in the spring while holding a burning lamp I immediately contacted the Swedish Bikini Team for a 19 years old graduate. Strangley my wife said "No!". And she argumented quite well: "We could get some stupid girl holding the lamp like THAT!" ... so I started again ..

Hängelampen waren im 14.Jahrhundert schon ein häufig anzutreffendes Phänomen. Davon zeugen diverse Abbildungen, hier nur ein paar Beispiele:

Beispiele für Hängelampen (Giotto, um 1300; Add MS 47682, um 1330 und Cod. Memb. I 120, um 1340)
Some examples of hangling lamps (Giotto, ca. 1300; Add MS 47682, ca. 1330 und Cod. Memb. I 120, ca. 1340)

Hanging lamps were quite common in the 14th century and are often shown in period art work.
Weiterlesen »

„From nose to tail“ - Schafskopf nach dem Innsbrucker Kochbuch

am 05.04.2018, von Nikolaus Hofbauer

Die Verwertung aller Teile eines Schlachttiers war - grob gesagt - in der ganzen Menschheitsgeschichte die Norm. Fleisch, Innereien, Fett, Sehnen, Knochen, Haut, Fell – für alles gab (und gibt) es einen Verwendungszweck. Heutzutage eher „unübliche“ Teile des Tieres wurden selbstverständlich verzehrt.
Gut zu sehen, und auch passend zum folgenden Rezept, im Tacuinum Sanitatis fol. 77r.:


An english summary can be found at the end of the article
Weiterlesen »

Gesten und Gebärden des (Spät)-Mittelalters – ein kleines Bilderbuch

am 03.04.2018, von Rotschopf

In diesem Artikel möchte ich mich mit einem eher ungewöhnlichen Thema beschäftigen. Und zwar soll es um Aspekte nonverbaler Kommunikation im Mittelalter gehen. Bitte jetzt nicht wegklicken, ich hab auch Bildmaterial 🙂 In unserer heutigen Gesellschaft im deutschsprachigen Raum ist es schwer vorstellbar, dass im Mittelalter, wo der durchschnittliche einfache Mensch fast schriftlos lebte und […]

Lammragout der pikanten Art / Mamonia

am 03.04.2018, von Eva-Maria

Eines der einprägsamsten geschmacklichen Erlebnisse bei der Interpretation eines mittelalterlichen Rezeptes war für mich das "Mamonia". Fasziniert durch den Titel des Gerichtes kochte ich den Fleischeintopf für eine Gruppe von Personen in der Grappe - und war nicht schlecht erstaunt, als das Ergebnis zwar sehr schmackhaft, aber auch äußerst scharf war. Später fand ich heraus, warum: Ich hatte mangels vorhandener Zutat den geforderten Langen Pfeffer durch gewöhnlichen schwarzen Pfeffer ersetzt. Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass dieser sich in der Schärfe ganz anders verhalten würde. Den brennenden Zungen zum Trotz hat sich das Mamonia dennoch zu einem Lieblingsrezept gemausert.

De mamonia : ad mammoniam, recipe carnes castratinas bene lixas. Et remotis ossibus, tere et pone ad coquendum cum lacte amigdalarum et...

Weiter lesen

Weich gebettet – ein langes Kissen

am 19.03.2018, von Rotschopf

Durch einen Post von Zeitensprung habe ich schon vor einiger Zeit darüber nachgedacht, dass ich ja eigentlich auch einmal so ein Nackenrollen-Kissen bräuchte für meine historische Bettsituation. Und nun endlich habe ich auch eins für mich umgesetzt. Die Abbildungslage ist eigentlich recht gut für diesen Fall. Solche die ganze Breite des Bettes abdeckende Wulstpölster waren […]

Von Beuteln so schön... / of beautiful pouches...

am 12.03.2018, von Eva-Maria

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", heißt ein altes Sprichwort. Dieser Meinung schließe ich mich an und präsentiere meine Linksammlung, wo hochauflösende Fotos mittelalterlicher Beutel bewundert werden können. Viel Spaß!

"A picture paints a thousand words" knows an old proverb. I wholly share this attitude and therefore present my bookmarked webpages with high-resolution pictures of medieval extant purses and pouches. Enjoy!

Weiter lesen

 

Mehr Posts finden Sie auf den Blogs unserer Mitglieder

12622114_1041824662545206_8273693369508769538_o

Unbenannt

Unbenannt3