Neues aus unseren Blogs

am 29.07.2019, von Niko

Vom Cadolzburgwochende und den dort anwesenden Handwerkern inspiriert und von Milan und seinen ganzen Luxussachen deprimiert  hab ich auch mal wieder etwas gemacht, frei nach dem Motto:

"Wenn ich grad ned anders kann - werd ich zum Paternostermann!"

Paternoster um 1350


Abbildungen von Paternostern (Vorläufer der Rosenkränze) zeigen wenn man den exestierenden Quellen folgt im 14.Jhdt in der Regel zwei Versionen, die offene Form der Paternosterschnur und eine geschlossene Variante die dem heutigen Rosenkranz deutlich ähnlicher ist.

Quellen dazu sind gar nicht mal so spärlich wie man glaubt. Von einem erhaltenen Paternoster aus Naturbernstein (aus Cork oder Watford) über textliche Erwähnungen aus Italien des 14. Jahrhunderts und zahlreichen Abbildungen lässt sich doch einiges ablesen und bildet eine brauchbare Basis für eine Rekonstruktion:


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Saucen zu gebratenem Schwein

am 20.06.2019, von Sophia

Aus dem Saucenbuch von Magnino Mediolanensis (Opusculum de Saporibus) aus der Mitte des 14. Jahrhunderts habe ich vier Saucen ausgewählt, die gemäß der Viersäftelehre das gebratene Schweinefleisch positiv beeinflussen und bekömmlicher machen.


Schweinefleisch an sich wird als „kalt“ und auch „sehr feucht“ eingeordnet und soll demnach das Phlegma fördern. Dem kann durch braten schon entgegengewirkt werden, wodurch das Fleisch gewärmt und getrocknet wird.

Für alle Saucen gilt, dass man sich am besten langsam der gewünschten Konsistenz und dem gewünschten Geschmack annähert. Genaue Mengenangaben fehlen wie üblich in den Originaltexten.
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Dreierlei Senf

am 04.06.2019, von Sophia


Senf kommt in vielen Rezepten der mittelalterlichen Kochbuchhandschriften vor und sogar Rezepte zur Senfherstellung selbst werden z.B. im Menagier de Paris angeführt. Ihm werden gemäß der Viersäftelehre stark wärmende und trocknende Eigenschaften zugeschrieben und er gilt als gesundheits- und verdauungsfördernd. Da wir uns an unserem Experimente-Kochevent auch mit dem Wursten beschäftigen wollten, war es naheliegend dazu dann Senf selbst zu machen.

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Licht in die Dunkelheit – Kerzentalg Herstellung

am 12.05.2019, von Rotschopf

Ihr kennt vielleicht unseren früheren Artikel zum Auslassen von Rindertalg für Talglichter. Nach guten 8 Jahren Veranstaltung hatten wir den letzten Rest unseres selbstgemachten Talgs verbraucht und brauchten neue Vorräte (natürlich hatten wir dazwischen auch noch reinen Talg zugekauft). Da bot sich unsere Veranstaltung in Bärnau wunderbar an. Ich hatte 5 kg Rinderkernfett beim Metzger […]

Eine Perle im Fischernetz – ein neues Haarnetz-Abenteuer

am 06.05.2019, von Rotschopf

So ganz allgemein empfinde ich mich ja in Klamotte nicht grade als Schönheit. Meine Darstellung ist die meiste Zeit eine einfache, meine Kleidung ist daher zweckdienlich und den historischen Vorbildern nachempfunden, das muss reichen und die moderne Ästhetik muss dafür hintanstehen. Alles fürs Hobby. Aber wenn ich mir schon meine Mähne nehmen lassen muss, das […]

Eine Badestube des späten 14. Jahrhunderts

am 03.04.2019, von Rotschopf

Wie vielleicht einige wissen, war ich Anfang Oktober Teil des 14. Jahrhundert Teams bei dem Mittelaltertagen Bad Windsheim und ich und mein IG14 Kollege Thomas, der den Bader mimte, waren zuständig für den Betrieb der Badestube, die zu dem Spätmittelalterlichen Spital gehörte, das Thema unserer Veranstaltung war. Bitte Achtung, denn mit 1380-90 als gewählter Zeitstellung […]

Stoffe „Grün färben“ oder die Frage „Eisensulfat Ja oder Nein?“

am 30.03.2019, von Rotschopf

Gastbeitrag von Regina Wild Irgendwann kommt (fast) jeder Living History-Darsteller mal in die Versuchung Stoffe selbst mit Pflanzen zu färben. Meist hilft zu Beginn ein Buch über Pflanzenfarben (z.B.: „Naturfarben auf Wolle und Seide“ von D. Fischer) mit praktischen Anleitungen und schon fängt man an. Sobald man die ersten schönen Resultate erzielt, beginnt die Sucht. […]

Gekochter Wein? Also Glühwein, oder wie?

am 25.03.2019, von Sophia

Natürlich geht es nicht um Glühwein sondern "Vinum Coctum"

 
Der „gekochte Wein“ oder „vin cuit“ (in der Antike auch „defrutum“) wird als Würzflüssigkeit in Saucenrezepten erwähnt. Bereits in der antiken Agrarliteratur (Plinius, Columella, Varro) gibt es Anleitungen bzw. Anweisungen, in welchem Verhältnis tatsächlich Traubenmost (und nicht Wein) zu vinum coctum einzukochen ist. Von der Reduktion auf die Hälfte bis zu einem Drittel ist hier die Bandbreite, wenn die Flüssigkeit über offenem Feuer ohne weitere Zusätze einreduziert wird.

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Si legent sich zu rechter vrist und stent dann auf, als pilleich ist – Schlaf und Betten im Spätmittelalter

am 10.01.2019, von Rotschopf

Wenn man einmal über die Kostümkunde und die Recherche zu den Gegenständen des täglichen Gebrauchs hinaus ist im Hobby, schlagen sich langsam andere Themen in der Konzeption von Veranstaltungen nieder. Wir möchten in Zukunft auch etwas näher die Lebensweise des mittelalterlichen Menschen nachvollziehen. Dazu gehören z.B. auch Schlafgewohnheiten und Tagesabläufe. Vom Biphasischen Schlaf In den […]

Marias Strümpfe oder Josefs Hosen?

am 22.11.2018, von Martin

Auch wenn es manchmal so wirkt, ist recherchieren anhand von Gemälden nicht einfach ein „Bilder-Anschauen“:

Neben der Bedeutungsperspektive (wichtige Personen werden groß dargestellt) bei weltlichen Themen, steht besonders bei den sakralen Gemälden die religiöse Aussage im Vordergrund. Auf den Bildern wurde nicht nur eine religiöse Geschichte erzählt, sondern es ging um eine Glaubensverkündung (vgl. Imbach J.: „Marias Panzerhemd und Josefs Hosen“).

Welche Missverständnisse in der Deutung passieren können, zeigt uns das Bild der Geburt Christi von Schloss Tirol:

Quelle

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