Neues aus unseren Blogs

Ein blaues, seidenes Stirnband mit Perlen

am 07.01.2021, von Rotschopf

Ja, die Kreativität meiner Titel lässt reichlich zu wünschen übrig, allerdings benutze ich meinen Blog ja auch gern als Recherchereferenz und es hat sich als äußerst lästig für die Schlagwortsuche herausgestellt, wenn der Titel nicht viel zum Inhalt sagt 😀 Hier möchte ich noch ein kleines Webstück vorstellen, das ich für eine junge Darstellerkollegin gefertigt […]

Ein glitzernder Almosenbeutel

am 05.01.2021, von Rotschopf

Ein kurzer Dokumentationsbeitrag für eine kleine Spielerei: Almosenbeutel aus Goldbrokat mit Seidenquasten, Türkenknoten und genestelten Bändern. Es handelt sich um fake Brokat und falschen Goldlahn.   Zum Weiterlesen:  Drawstring Purses Sammlung von einfachen Beuteln

Ein einfaches Pfoad

am 29.12.2020, von Rotschopf

Kurz zur Begrifflichkeit: Für das Haupt-Unterkleidungsstück gibt es wirklich unheimlich viele Begriffe. Hemd, Hemed, Wat, Phayt, Phait, Pfoad, Chemise, Smock usw. meinen großteils das gleiche. Typisch Österreichisch ist eben der Begriff Pfait oder Pfoad. Ich benutze hier zur leichteren Verständlichkeit im Text einfach Unterhemd oder Unterkleid.  Weil ich mein altes langärmeliges Unterhemd über die 8 […]

Blindschleiche übernehmen sie!

am 21.12.2020, von Niko

"Vorsichtig schlich Niklas durch die enge Paternostergasse, den Graben hinter sich lassend. Ihm war klar, dass er von den welschen Agenten verfolgt wurde. Aber er musste es schaffen! Die hochverschlüsselte Nachricht musste den Herzog erreichen. Viele Tedeschi fanden den Tod, um das Geheimnis herauszufinden, das sich nun, geschrieben auf edlem Pergament und in der Geheimschrift des Herzogs, dem verlorenen Alphabet der alten Chaldäer, in einem geheimen Fach in der Tasche an seinem Gürtel befand.

Mit einer eleganten Bewegung seiner  Hände zog er gleichzeitig seinen Baselard und rammte den Spezialklappkerzenhalter in einen Holzbalken. In der schmalen Gasse konnten sie nicht an ihm vorbei ... und er hatte das Licht im Rücken .. für Gott, den Erzherzog und den Heurigen! Er, VII. Agent Rudolf des Stifters, würde die Angelegenheit hier und jetzt beenden!"

Ja, aber wie bitte was? Geheimschriften? Agenten? Spionage und verdeckte Diplomatie? "Na jetzt hör aber auf!" werdet ihr jetzt zu Recht entgegenen.

Wo doch im Mittelalter alle nur krank, braun und müffelnd in der Gegend rumsaßen? Wo jeder mit 31 schon tot war, weil er sich nie wusch und sein kurzes Leben damit verbrachte ständig die Straßen vollzukacken? Und wo man heute schon auf eine blühende Phantasie zurückgreifen muss, um irgend eine spannende Geschichte aus "Conan, der Kreuzritter", mit viel Polyesteraufwand und Assasinendoppelklingen am Rücken, umzusetzen damit es den Besucher überhaupt noch interessiert?

Aber ich sage: "Ja, genau! A-gent 0013.. 54!"

Genug ereifert nun, worum geht es denn überhaupt heute wirklich? Nun es geht darum:


Geschmolzene Weihnachtskerzerl vom Wiener Christkindlmarkt? Echt jetzt? Nun, wieder wurdet ihr getäuscht, liebe Leser, denn diese Wachsbemmerl hat sehr wohl mit unserer Geschichte zu tun:

"Gleichgültig wischte Niklas, der Letzte der Haimonen, mit dem Mantel seines Opfers das Blut von seinem Dolch. Die leblosen Körper würde er liegenlassen, schließlich hatte er rechtzeitig dafür gesorgt dass sich die Zirgeher von der Gasse möglichst lange fernhalten würden. Mögen sie im Morgen gefunden werden, da wäre die Nachricht längst angekommen und verteilt worden. Er mochte es, wenn ein Plan funktioniert.

Ruhigen Schrittes durchquerte er stille Gassen und vermied die möglicherweise besser besuchten Plätze der Stadt. Kaum zu Hause angekommen stahl er sich nach oben in die Stube um im Schein seiner Nachtlampe [Anmerkung für Interessierte: Der Beitrag kommt erst] das Siegel zu brechen:"


Jetzt ist es aber klar, oder? Alle Zweifel ausgeräumt! Die Wahrheit so offen zu Tage getreten wie die Haarpracht von Agnes der Heimlichen!, welche unter Gefahr für Leib und Leben (na gut eher für Leben, das mit dem Leib ist sie ja irgendwo gewohnt) die Nachricht von einem "Firmenreisenden" aus Venedig übernahm und diese (völlig unverfänglich natürlich) an unseren Niklas übergab.

Nicht? Na gut ... eine Hilfestellung:

Im Wiener Stephansdom steht nämlich, völlig profan grad noch so über der Kasse vom Domshop und locker übersetzt:

"Hier liegt begraben, aus edlem Geschlecht, Herzog Rudolf der Stifter."

Diese Inschrift befindet sich, wie erfahrene A-genten sicher schon längst deduziert haben, am Grabmal des Erzherzogs Rudolf IV., aus dem Geschlecht der Habsburger. Nur lesen kanns halt keiner .. also warum zum Geier dann?

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Nun, Rudolf der Stifter war ein großer Fan dieser Geheimschrift, die erstmals vollständig in einer Handschrift aus dem Jahre 1428 in der Universitätsbibliothek München (Cod. 4º 810, fol. 41v) vorliegt.

Er verwendete sie in Dokumenten und Urkunden und benutzte sie zur Verschlüsselung diplomatischer Korrespondenz. Frühe Forscher nahmen sogar an, dass es Rudolf IV selbst war derjenige, der das
Alphabetum Kaldeorum erfand, so genannt weil man es damals für das Alphabet der Chaldäer hielt. Eine Urheberschaft, die heute stark angezweifelt wird.

Den Rest überlasse ich euren Recherchefertigkeiten, geschätzte Leser ... im Moment haben wir ja alle Zeit für solche Dinge!

"Er selbst würde noch vor Morgengrauen dafür sorgen, dass seine Nachricht sich verborgen mit der nächsten Weinlieferung nach Nürnberg auf den Weg macht. Der "Heide" musste erfahren was vorging .. und dann würden die Dinge auch dort ihren Lauf nehmen. So wie immer. Prost!"

... to be continued!

Kann Zähneklappern sexy sein?

am 16.12.2020, von Niko

 *English text is inserted after the German one as usual here*

Diesmal beginnen wir ohne große Umschweife mit dem Endprodukt meines Beitrages zu unserer #pluckingroses-Challenge auf Facebook:

 
This time we take a short cut and start with the final product I made for our #pluckingroses-Challenge on Facebook:

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Das gemeine/heimliche Wip – Eine Prostituierte aus Wien im 14. Jahrhundert

am 15.12.2020, von Rotschopf

Ach komm, einer geht noch für die #pluckingroses Challenge. 😀  Hier also ein „gemeines Weib“ (oder auch heimliches Weib) aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. In dieses Foto fließen unterschiedlichste Erwägungen, wieder einmal eine schöne Gelegenheit, darzulegen, was alles an Details und Recherche drin steckt in so einem Kostüm, das ihr auf einer Veranstaltung […]

Ein Seidendildo – Ein Beitrag zur #pluckingroses Challenge

am 07.12.2020, von Rotschopf

Ich konnte nicht widerstehen, eine weitere tolle Textquelle umzusetzen und noch einen Beitrag zur #pluckingroses Challenge zu machen. Meine Rekonstruktion leitet sich diesmal aus einer Gerichtsakte aus dem Ende des 13. Jahrhunderts ab. Es handelt sich um die Akte einer gewissen Frau Bertolina, genannt „Guercia“ aus Bologna, die wegen Sodomie (also dem, was man damals […]

Drei Lederbeutel

am 06.12.2020, von Rotschopf

Man kann ja absolut nicht genügend Beutel haben, um seinen ganzen Hobbykram unterzubringen. Und weil ich grad so viel Zeit habe im Lockdown, konnte ich jetzt auch endlich mal dieses kleine Projekt angehen, das ich mir schon eine Weile vorgenommen hatte, selber Lederbeutel zu machen. Vorneweg: Diese Beutel sind relativ frei gestaltet, allerdings mit Elementen, […]

Praktisch, altmodisch, anständig – Ein Suckl aus dem 14. Jahrhundert

am 27.11.2020, von Rotschopf

Bei der Rekonstruktion von mittelalterlichen Lebenswelten und insbesondere mittelalterlicher Kleidung gilt es immer, eine feine Balance zu bewahren. Grade wenn man keine 20 mehr ist, stellt sich bei der Suche nach dem realistischen Bild einer Zeit für den Besucher auch immer die Frage nach den Figuren der mittelalterlichen Gesellschaft, die nicht der aktuellsten Mode gefolgt […]

Sponge Bob .. oder eben mittelalterliche Verhütungsmethoden

am 23.11.2020, von Niko

*English text is inserted after the German one as usual here*

Unsere Geschichte beginnt heute mit einem kleinen Rundgang durch das mittelalterliche Judenviertel Wiens, die Judenstadt (der Begriff Ghetto wurde übrigens erstmals 1516 in Venedig gebraucht) ... sogar richtig virtuell wird’s:

Todays journey starts with a short walk through the “Jewish City” (a name for the Viennese jewish quarter, Ghetto wasn’t used before the early 16thcentury) in Vienna in the 14th century. 

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