Neues aus unseren Blogs

Ein stützendes Unterkleid aus der Mitte des 14. Jahrhunderts

am 13.08.2018, von Rotschopf

Unsere Vereinskollegin Viki hat jüngst mit meiner bescheidenen Hilfe ein tolles Unterkleid mit Stützeffekt für die Mitte des 14. Jahrhunderts umgesetzt und mir erlaubt, einen kleinen Artikel zu verfassen, in dem ich das Konzept dazu erkläre.     Nun ist es so, dass das Thema ja ein altes ist und andere sich schon lang und […]

Textquellen zu dekorativer Kosmetik im Hoch- und Spätmittelalter

am 13.08.2018, von Rotschopf

Dekorative Kosmetik war auch hierzulande ein Thema und besonders Moralprediger und Dichter lassen sich – zumeist in negativer Weise über die Sitte aus, sich zu schminken und schön zu machen. So schreibt zB Heinrich von Melk: „Unt mit vrömder varwe an dem wange unt mit gelwem gebinde wellent sich die gebiurinne an allem ende“ (und […]

Das gute Kleid – ein geknöpfter Rock aus den 1350er Jahren

am 08.08.2018, von Rotschopf

Seit 7 Jahren trage ich nun also meine naturfarbenen, praktischen Kleider und verrichte den Tag über schmutzige Arbeiten, schmier meine dreckigen Hände in die Wolle und flicke hier und dort meine Mottenlöcher und Risse. Irgendwann will ich aber auch mal so hübsch und farbig rumlaufen wie die Kollegen im Verein und drum kündigte ich nun […]

Eine biblische Sintflut im Jahr 1342 als Strafe Gottes?

am 11.07.2018, von Nikolaus Hofbauer

von Simon Dupper, BSc.

Abb. 1: Noah und die Arche, Holkham Bibel, London?,
2. Viertel 14. Jahrhundert, Add MS 47682, f. 8r, The British Library
 
"… Tatsächlich waren auch in anderen Teilen der Welt unerhörte Überschwemmungen der Gewässer. Auch wurden alle unterirdischen Wasserquellen gewissermaßen zerbrochen und die Schleusen des Himmels waren offen, und es fiel Regen auf die Erde wie im 600. Jahre von Noahs Leben, wie man über die Sintflut im 7. Kapitel der Genesis in der Mitte lesen kann."

Ausschnitt einer zeitgenössischen Überlieferung zur Überschwemmung in Würzburg am 21. Juli 1342 (Weikinn 1958, 210).
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Bandnudeln nach Maestro Martino

am 02.07.2018, von Martin

In diesem Artikel will ich nicht nur ein Rezept präsentieren, ich will auch versuchen den Entstehungs- und Rechercheprozess - von der Idee bis zum Gericht – zu skizzieren und zu dokumentieren.

Zuallererst stand dieses Bild aus dem Tacuinum Sanitatis, auf dem man, neben zwei Damen bei der Nudelproduktion, auch ein Holzgestell zum Nudeltrocknen sieht.

Tacuinum sanitatis, Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Cod. Ser. n. 2644

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Compost

am 13.05.2018, von Sophia

 
Diesmal haben wir für unsere Belebungstage auch kulinarisch ein wenig vorgesorgt. Eigentlich wäre das Arbeit für den Herbst gewesen, wo das letzte Gemüse reif wird und für den Winter eingelegt werden muss um es länger haltbar zu machen. Da wir aber unsere Speisenplanung meist sehr kurzfristig ausarbeiten – und natürlich bei der Rohstoffbeschaffung auch alle Annehmlichkeiten der Moderne nutzen können – haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, dieses historische Rezept auszuprobieren.
In „Curye on Inglysch“, einer Zusammenstellung von fünf handschriftlichen Rezeptsammlungen des 14. und 15. Jahrhunderts, findet sich das Rezept für „Compost“ – oder einfacher gesagt: sauer eingelegtes Gemüse.
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Legt sie in Ketten

am 09.04.2018, von Nikolaus Hofbauer

Licht! Licht ist das Einzige das dich im finstren Mittelalter davon abhält beim nächtlichen Abendessen die Krenwurz mit einer Ackerrübe zu verwechseln und eine tränenreiche Überraschung zu erleben. Licht ist das, was dir nach dem leeren diverser Zinnkannen beisteht, wenn es darum geht einen hartnäckigen Knoten in den Hosennesteln aufzukriegen während die Liebste wolllüstig auf die heilige Lanze .... lassen wir das ... zurück zum Wesentlichen:

HOW TO: Bau eines Glaslampenhalters mit historischem Werkzeug und Materialien
HOW TO: Making a glass lamp holder
with period tools and material


Wie jeder gute Geschichtsverehrer ging ich zuerst an die Recherche und fand schnell heraus was ich wollte: eine Jungfrau die in hauchdünnem Leinenkleid mein Lämpchen fest in ihren zarten Händen hält. Allein wegen der anstrengenden Haltetätigkeit hatte ich schon Kontakt mit einer 19-jährigen schwedischen Sportstudentin aufgenommen .. da sagte meine Frau: "Nein!"
Mit unschuldigen Welpenblick entgegnete ich "Aber, Schatz, die Belege ...". Aber meine Frau sagte nur: "Ja, klar. Belege. Und dann schicken sie uns einen Trampel der die Lampe SO rum hält!"
Einer solch fachkundigen Frau kann man einfach nicht widerstehen .. die Suche ging also weiter ...


4 "törichte Jungfrauen" von der "Oberen Pfarre" i nBamberg, 14.Jahrhundert.
4 "follish virgins" from Bamberg, 14th. century

In the beginning I started as usual with some research. And I found an answer very fast: We need a virgin! And since it must be really exausting to stand a whole day beside me in thin linnen underwear, sweating sweetly like a blossom in the spring while holding a burning lamp I immediately contacted the Swedish Bikini Team for a 19 years old graduate. Strangley my wife said "No!". And she argumented quite well: "We could get some stupid girl holding the lamp like THAT!" ... so I started again ..

Hängelampen waren im 14.Jahrhundert schon ein häufig anzutreffendes Phänomen. Davon zeugen diverse Abbildungen, hier nur ein paar Beispiele:

Beispiele für Hängelampen (Giotto, um 1300; Add MS 47682, um 1330 und Cod. Memb. I 120, um 1340)
Some examples of hangling lamps (Giotto, ca. 1300; Add MS 47682, ca. 1330 und Cod. Memb. I 120, ca. 1340)

Hanging lamps were quite common in the 14th century and are often shown in period art work.
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„From nose to tail“ - Schafskopf nach dem Innsbrucker Kochbuch

am 05.04.2018, von Nikolaus Hofbauer

Die Verwertung aller Teile eines Schlachttiers war - grob gesagt - in der ganzen Menschheitsgeschichte die Norm. Fleisch, Innereien, Fett, Sehnen, Knochen, Haut, Fell – für alles gab (und gibt) es einen Verwendungszweck. Heutzutage eher „unübliche“ Teile des Tieres wurden selbstverständlich verzehrt.
Gut zu sehen, und auch passend zum folgenden Rezept, im Tacuinum Sanitatis fol. 77r.:


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Gesten und Gebärden des (Spät)-Mittelalters – ein kleines Bilderbuch

am 03.04.2018, von Rotschopf

In diesem Artikel möchte ich mich mit einem eher ungewöhnlichen Thema beschäftigen. Und zwar soll es um Aspekte nonverbaler Kommunikation im Mittelalter gehen. Bitte jetzt nicht wegklicken, ich hab auch Bildmaterial 🙂 In unserer heutigen Gesellschaft im deutschsprachigen Raum ist es schwer vorstellbar, dass im Mittelalter, wo der durchschnittliche einfache Mensch fast schriftlos lebte und […]

Weich gebettet – ein langes Kissen

am 19.03.2018, von Rotschopf

Durch einen Post von Zeitensprung habe ich schon vor einiger Zeit darüber nachgedacht, dass ich ja eigentlich auch einmal so ein Nackenrollen-Kissen bräuchte für meine historische Bettsituation. Und nun endlich habe ich auch eins für mich umgesetzt. Die Abbildungslage ist eigentlich recht gut für diesen Fall. Solche die ganze Breite des Bettes abdeckende Wulstpölster waren […]

 

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