Neues aus unseren Blogs

Sponge Bob .. oder eben mittelalterliche Verhütungsmethoden

am 23.11.2020, von Niko

*English text is inserted after the German one as usual here*

Unsere Geschichte beginnt heute mit einem kleinen Rundgang durch das mittelalterliche Judenviertel Wiens, die Judenstadt (der Begriff Ghetto wurde übrigens erstmals 1516 in Venedig gebraucht) ... sogar richtig virtuell wird’s:

Todays journey starts with a short walk through the “Jewish City” (a name for the Viennese jewish quarter, Ghetto wasn’t used before the early 16thcentury) in Vienna in the 14th century. 

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Aristoteles und der Käse – Ein mittelalterliches Kontrazeptivum – #pluckingroses

am 20.11.2020, von Rotschopf

Dies ist nun mein Beitrag zur #pluckingroses challenge. Falls ihr noch einmal die Regeln der Challenge nachlesen möchtet, diese findet ihr im verlinkten Artikel. Weitere Beiträge könnt ihr zB auf Facebook und Instagram finden. Für die Challenge habe ich ein magisches Amulett gemacht, das als Verhütungsmittel wirken soll. Ein relativ unspektakuläres Stück aber mit einer […]

#theyusedwhattheyhad oder "Ich wollte mal wieder Burger kochen"

am 14.11.2020, von Martin

Meine IG14-Vereinskollegin Agnes hat unter dem hashtag #theusedwhattheyhad zu einer Kochchallenge, die ganz nach meinem Geschmack ist, aufgerufen:

Aus 4 gleichen Grundzutaten soll einmal ein modernes und einmal ein historisches Gericht zubereitet werden.

Ich stellte mir selbst die Zusatzaufgabe, die historischen Speisen nach Rezepten aus nur einem historischen Kochbuch zuzubereiten. Ich wählte mein Lieblingskochbuch, das Innsbrucker Rezeptbuch Cod.Vind.5486.


Ich wählte folgende 4 Grundzutaten:

Mehl, Rindfleisch, Zwiebel und Käse


Moderne Version:

Es gab einen Cheeseburger mit selbstgebackenem Hefeteig-Bun und einer Zwiebelmarmelade.

Ich entschied mich für den Burger, da er für mich ein sehr gutes, wenn nicht sogar das beste, Beispiel für ein klassisches „modernes“ Gericht ist.

Für den Bun habe ich einen leicht süßlichen Hefeteig gemacht, zu kleinen Kugeln geformt und im Backofen in einem Bun-Formblech gebacken.

Das Patty besteht aus etwas fetterem Rinderfaschiertem, das ich, nur mit Salz gewürzt, in der Pfanne scharf von beiden Seiten angebraten habe, um eine schöne Kruste zu erzeugen. Danach habe ich das Patty mit Käsescheiben belegt und eine Deckel auf die Pfanne gegeben, um den Käse schön schmelzen zu lassen.

Die Zwiebelmarmelade besteht aus in dünne halbe Ringe geschnittenen roten und weißen Zwiebeln, die ich in reichlich Pflanzenöl auf mittlerer Hitze langsam weich werden habe lassen.
Sobald die Zwiebel die gewünschte Konsistenz erreicht hatten, habe ich die Hitze hochgeschalten, etwas Zucker hinzugegeben und diesen karamellisieren lassen. Gewürzt wurde alles mit Salz, Pfeffer und etwas Honig.


Historische Version:

Hier gab es 3 Gerichte aus dem Innsbrucker Rezeptbuch:

“Wildbraten aus Rindfleisch“ (Rezept 98)
mit „Zwiebelmus“ (Rezept 34) und einer
„Sulz von Käse“ (Rezept 161)


Für die Fleischspeise, den „Wildbraten von Rindfleisch“ habe ich Rinderhackfleisch zu kleinen Bällchen geformt und in einer milden Brühe langsam gar ziehen lassen.

Das Zwiebelmus besteht aus ganzen, geschälten Zwiebeln, die im Dampf gegart werden bis sie ganz weich sind. Danach habe ich sie zerdrückt, mit Brotbröseln etwas angedickt und durch ein Sieb gestrichen.
Das entstandene feine Mus habe ich mit etwas Schmalz vermischt und mit Salz und Essig gewürzt.
Zusätzlich habe ich, um dem Mus einen etwas „gehobeneren“ Status zu verleihen, diesen mit Ingwer und etwas Zimt gewürzt. Diese beiden Gewürze sind im Originalrezept nicht erwähnt!

Für die „Sulz vom Käse“ habe ich Bergkäse und Tiroler Graukäse (ein Sauermilchkäse) gerieben und im Verhältnis von ca. 4 : 1 vermischt. Unter Zugabe von Mehl und einem Ei wurde daraus ein gut formbarer Teig.
Diesen Teig habe ich, wie im Rezept angegeben, zu länglich-runden Rollen geformt und diese dann in mundgerechte Stücke geschnitten.
Diese Stücke habe ich in reichlich Schmalz herausgebacken bis sie schön knusprig wurden.


Insgesamt sind aus den 4 Grundzutaten, unter Verwendung verschiedenster Kochtechniken, 2 komplett unterschiedliche Gerichte entstanden.


Verwendete Literatur:
Doris Aichholzer: Wildu machen ayn guet essen...Drei mittelhochdeutsche Kochbücher: Erstedition, Übersetzung, Kommentar; Peter Lang Verlag; 1999

 

#pluckingroses – Eine Challenge für Geschichtsdarsteller

am 30.10.2020, von Rotschopf

Dieses Jahr haben wir alle auf unterschiedlichste Weise versucht, dieser Krise zu begegnen. Verschiedene Gemeinschafts-Aktivitäten im Onlinebereich und challenges im Hobby haben die Szene zusammengebracht, obwohl kaum einer jemand anderen treffen konnte. Mir hat es bei den vergangenen Challenges fürs Hobby (siehe meine Projekte auf der IG14 Facebookseite) super gefallen, zu einem recht spezifischen vorgegebenen […]

Weinrot und Smaragdgrün – Ein Haarnetz

am 28.09.2020, von Rotschopf

Ich hab schon so viele Artikel zu Haarnetzen geschrieben (Siehe Blogkategorie Filetknüpfen), ich weiß gar nicht mehr, was ich noch groß dazu sagen soll. Darum einfach nur ein paar Impressionen. Ein Netz in cochenille-weinrot und seine hübsche Besitzerin. Seide wie immer von Marled Mader – Archäotechnik textile Fläche

Heilige Helena, bitt‘ für uns! – Ein Reliquienbeutel

am 27.09.2020, von Rotschopf

Es ward im Jahre unseres Herrn 2020, da kamen die Reenactor in Scharen zusammen zu Hochwang, um sich des Lebens zu erfreuen, sich die Bäuche vollzuschlagen und ihre sterblichen Körper im Wasser der Günz von allen Sünden zu befreien, auf dass die widerlich‘ Seuch‘ an ihnen vorbei geh’n möge. Dort ward ich Zeuge, wie die […]

Erbsenspießer

am 27.09.2020, von Sophia

Wir schreiben das Jahr 2020 n. Chr. - Corona hat uns alle im Griff und auch im Bereich der Living History braucht es wieder kreative Lösungen. Zeit für eine Challenge, Zeit für Experimente! 

Unter dem hashtag #theusedwhattheyhad wurde von meiner IG14-Vereinskollegin Agnes eine solche ausgerufen: 4 Grundzutaten, 2 verschiedene Zubereitungsarten - einmal modern und einmal historisch. Höchste Zeit, mich nochmal ernsthaft an einige Rezepte zu wagen. Also dann!

Meine 4 Grundzutaten: Hühnerkeule, Weißwein, Erbsen und Eier


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#theyusedwhattheyhad Koch-Challenge – Douce Ame und Geschnetzeltes

am 22.09.2020, von Rotschopf

Mein Beitrag zu dieser Challenge: https://www.facebook.com/IG14.JhWien/posts/3166588840125124  Die 4 Challenge-Zutaten: Huhn Reis Zucker Birne Ich wollte unbedingt zwei Varianten, die sich zwar in den Zutaten sehr ähnlich waren, sich aber letztlich in der Zubereitung stark unterschieden. Moderne Version: Es gab Hühnergeschnetzeltes mit Reis und danach Birnenblechkuchen. Geschnetzeltes ist ein typisch deutsch-österreichisches Gericht der Moderne und etwas, […]

Die Distaff gospels – eine Empfehlung zum…äh…eher nicht so genießen

am 25.06.2020, von Rotschopf

Hier ist unser Thema ja hauptsächlich immer mittelalterliche Sachkultur, aber ich lese ja in letzter Zeit wirklich gerne moralische Schriften, Spottgedichte, Kleiderkritiken, Haushaltsbücher und andere literarische Menschlichkeiten aus dem Spätmittelalter, um mich ein bisschen in die Mentalität der Zeit einfühlen zu können und weil man dort auch oft wertvolle Hinweise für die Verbesserung der Darstellung […]

Diez ist von dem bade, Daz ist nieman kein schade

am 04.06.2020, von Rotschopf

Das Gedicht vom Bade des Königs vom Odenwald (frühes 14. Jahrhundert): Miner kuensten lade Muez tihten von dem bade: Durch wie vil sache badet der man Daz will ich roten, ab ichz kann.   Die sinne haben mir geseit: Einer bade durch reinikeit, Der ander vor froste Mere denne vor roste, Der dritte gedenket, ez […]

 

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